Was genau verstehen wir unter Frieden? Diese Frage beschäftigt uns seit Beginn der Arbeit mit den Friedensorten. Im Konzept des gerechten Friedens geht es nämlich nicht nur um die bloße Abwesenheit von Gewalt. Es geht darum ein lebenswertes Umfeld, eine lebendige Gesellschaft aktiv mitzugestalten.
Gerechtigkeit (soziale wie juristische), Nachhaltigkeit, Erinnerung sind nur ein paar der Themen die genau so dazu gehören, wie die Diskussion um Kriege und Völkerrecht. Mit ihren unterschiedlichen Anstätzen widmen sich die Friedensorte ihrer Expertise und schaffen durch ihre Zusammenarbeit Symbiosen, um einer hollistischen Vorstellung von Frieden nachzufolgen.
Hier können Sie sich in kurzen Übersichten mit den Themen unserer Friedensorte vertraut machen.
Die Einladung, uns auf den Pilgerweg der Gerechtigkeit und des Friedens zu machen, wurde auf der 10. Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) 2013 in Busan / Südkorea ausgesprochen.
Mit der „Friedenssynode“ 2016 in der Friedensstadt Osnabrück“ hat sich die Landeskirche Hannovers auf diesen Weg begeben:
„Weil wir aus dem Frieden Gottes leben, setzen wir uns als Kirche für gerechten Frieden ein.“
„Wir glauben, dass im gerechten Frieden Neues wird. In dieser Gewissheit wollen wir als Kirche unseren Beitrag dazu leisten, dass Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung in unserer Gesellschaft und in der Welt wachsen.“
Seitdem stehen 8 Friedensorte für dieses Bekenntnis zum gerechten Frieden. Sie verstehen sich als Begegnungs- und Erfahrungsorte, an denen Frieden gedacht, gelebt und ausprobiert werden kann.
Wir laden Sie herzlich ein, sich mit auf diesen Weg zu begeben!
Kommen Sie gerne an unsere Friedensorte und lernen Sie diese in ihrer Vielfalt kennen.
Wir freuen uns auf Sie!
Wie gehen wir als Gesellschaft, als Kirche, als Einzelne mit unserer gemeinsamen Vergangenheit um? Wie möchten wir an die Geschichte unseres Landes erinnern und was schlussfolgern wir daraus für die Gegenwart und Zukunft? Wie kann konkretes Handeln aussehen?
Die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers unterstützt Friedensorte, die die Erinnerung wachhalten und Menschenwürde einklagen.
Die Friedensorte schaffen zahlreiche Möglichkeiten des Gedenkens und Erinnerns. Mit ausgewiesener Expertise in der Gedenkstättenpädagogik werden Orte des Schreckens ins nationale und internationale Gedenken integriert.
Die gesellschaftlichen Spannungsfeldern Flucht, Vertreibung, Ankunft und Integration spielen an Orten der Ankunft eine zentrale Rolle in der Friedensarbeit und der damit verbundenen Auseinandersetzung mit der Menschheitsgeschichte als Migrationsgeschichte.
Der Wert des Friedens sowie die Schrecken und Kosten des Krieges müssen in jeder Generation neu vermittelt werden.
Dieser Herausforderung stellt sich die friedenspädagogische Arbeit an den landeskirchlichen Friedensorten aktuell mehr denn je.
Beispielhaft dafür stehen:
Gedenkstätte Lager Sandbostel
Dokumentationsstätte Gnadenkirche Tidofeld
Friedensort "Aus der Vergangenheit lernen - Verantwortung für die Zukunft" - Celle
Die Friedensorte orientieren sich am Leitbild des „gerechten Friedens“. Ein solcher Frieden erkennt die Unterschiedlichkeit von Menschen und Gesellschaften an. Er gründet auf der Würde des Menschen und der Achtung der Rechte des Gegenübers.
An den Friedensorten wird über Herausforderungen des gerechten Friedens nachgedacht und erste Schritte auf dem Weg dorthin erprobt.
Für uns folgt aus dem christlichen Glauben auch ein gesellschaftlicher Auftrag, nämlich einzutreten
für Menschenrechte
für ein gesellschaftliches Miteinander in Vielfalt
für Demokratie und Mitgestaltung und
für globale Partnerschaften auf Augenhöhe.
Wir erteilen populistischen, extremistischen und autoritären Entwicklungen innergesellschaftlich wie international eine Absage!
Dafür treten die Friedensorte öffentlich ein, bieten eine lebendige Bildungsarbeit für Jugendliche und Erwachsene, führen Dialoge und schaffen Begegnung.
So sind wir aktiv für Frieden – im Großen wie im Kleinen!
Beispielhaft dafür stehen:
Friedensort Antikriegshaus im Friedens- und Nagelkreuzzentrum Sievershausen
Die acht Friedensorte der Landeskirche Hannovers verdeutlichen, dass ökologischer Frieden eine Haltung ist, die sich in praktischen Handlungen ausdrückt. Er bedeutet, die Erde als gemeinsame Lebensgrundlage zu schützen, für soziale Gerechtigkeit einzutreten und durch Bildung, Spiritualität und Gemeinschaft eine lebenswerte Zukunft zu gestalten.
Frieden wird als umfassendes Konzept begriffen. Mit Beratungen und Materialien unterstützen die Friedensorte bei der Bewusstseinsbildung für einen ökologischen Frieden. Mit umsetzbaren Konzepten helfen sie dabei handlungsfähig zu werden und den Worten Taten folgen zu lassen.
Das biblisch-theologische Verständnis leitet die Friedensorte in ihrem Engagement für Umwelt- Gerechtigkeits- und Friedensfragen.
In diesem Sinne sind die Friedensorte nicht nur Orte des Dialogs, sondern auch Orte der Veränderung hin zu einer friedlicheren und nachhaltigeren Welt ganz im Sinne des Dreiklanges:
„Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung“.
Beispielhaft dafür steht:
Von Anbeginn an haben Christinnen und Christen gesungen, wenn sie sich zu Gebet und Gottesdienst versammelt haben.
Die Reformation wäre ohne den Gesang und neu gedichteten Lieder nicht so erfolgreich gewesen.
Die Menschen in den drei baltischen Ländern Litauen, Lettland und Estland haben singend die politische Wende in ihren Ländern herbeigeführt, die schließlich in die Unabhängigkeit von der von Russland dominierten Sowjetunion mündete.
Und auch bei den Montagsdemonstrationen und in den Kirchen in der damaligen DDR wurde im Herbst 1989 nicht nur geredet und gebetet, sondern auch gesungen.
2023 verbanden über 25.000 Menschen die beiden Friedensstädte Osnabrück und Münster in einer ca. 50 KM langen Friedenskette und sagen das Lied von John Lennon:
„All we are saying is give Peace a chance.“
So verbanden sich Menschen aus den beiden Friedensstädten des Westfälischen Friedens, von denen eine auch Friedensort der Landeskirche Hannovers ist.
Dies steht beispielhaft für einen Beitrag zu einer Friedenskultur, welche die lebensbejahende und geistige Dimension von Friedensarbeit betont und Menschen zusammenbringt.
Für den Kirchentag in Hannover sind nun für jeden der 8 Friedensorte Friedenslieder komponiert worden, die Sie kennenlernen und mitsingen können:
„Komm, wir sing´n für den Frieden“
Ein politisches Zeichen setzen - Broschüre mit Friedensliedern
Beispielhaft dafür steht: